https://doi.org/10.1021/acs.est.4c09088
Environ. Sci. Technol. 2025, 59, 2031−2042
An Overview of Potential Alternatives for the Multiple Uses of Per-
and Polyfluoroalkyl Substances
Romain Figuier̀ e,* Luc T. Miaz, Eleni Savvidou, and Ian T. Cousins
Die Ergebnisse der Anhörung zum EU-Projekt der Regulierung von PFAS als Gruppe
https://echa.europa.eu/documents/10162/67348133/pfas_status_update_report_en.pdf/fc30b694-cfb1-e9ed-7897-d9f3e4ef9ab7?t=1732088416751
sind öffentlich:
https://echa.europa.eu/restrictions-under-consideration/-/substance-rev/72301/term
das Durchlesen der Kommentare ist allerdings eine harte -und oft ziemlich frustrierende- Arbeit.
Hier haben wir jetzt eine Zusammenfassung der Einwände und eine Bewertung der Anwendungen.
Das Ergebnis liegt auch als Datenbank vor: https://zenodo.org/records/10852739
Die Datenbank listet 162 alternative Substanzen, 163 alternative Materialien, 128 alternative Produkte, 37 alternative Prozesse und 40 alternative Technologien. Sie ist nicht ganz auf dem
neuesten Stand da Kommentare nach der ersten Runde der öffentlichen Bewertung noch nicht berücksichtigt sind.
Alternativen sollten natürlich ebenfalls evaluiert werden, so wurden auf den ersten Blick 10 "regrettable substitutions" also ebenfalls als gefährlich eingeschätzte Substanzen/Verfahren
identifiziert, in 53 Fällen waren Bedenken absehbar.
Man muss wirklich auf Einzelfallprüfungen setzen, so wurde bei Feuerlöschschäumen festgestellt, dass die Alternativen fast nie die Performance der PFAS-Produkte erreichten, allerdings durchaus
für den angegebenen Zweck ausreichten.
Die Autoren weisen darauf hin, dass Anwendungen nach Nützlichkeitskriterien beurteilt werden sollten: PFAS als Schmiermittel für Fahrradketten sind keine kritische Anwendung da sie nicht für die
Performance des Endprodukts wichtig sind. PFAS in Anti-Beschlag Sprays für Schwimmbrillen sind funktional wichtig, man sollte aber darüber nachdenken ob das Ziel (Anti-Beschlag) das Risiko
(Vergiftung der Umwelt und evtl. des Konsumenten) rechtfertigt.(2)
"Insgesamt listet die Datenbank 325 verschiedene Anwendungen von PFAS in 18 Verwendungskategorien auf. Insgesamt werden 530 PFAS-freie Alternativen identifiziert. Auf der Grundlage eines
Screenings potenzieller Probleme der identifizierten Alternativen, ihrer Leistung der identifizierten Alternativen, ihrer Leistung im Vergleich zu PFAS und ihrer Verfügbarkeit auf dem Markt kommt
man zu dem Schluss, dass potenziell geeignete Alternativen zu PFAS für
40 verschiedene Anwendungen existieren. Für 83 Anwendungen konnten zum Zeitpunkt der Studie keine Alternativen identifiziert werden und sollten in den Mittelpunkt weiterer Forschungsaktivitäten
sein."(1)
Noch eine Anmerkung (weil das gern verschwiegen wird): die Regelung sieht nicht vor, nicht ersetzbare PFAS zu verbieten sondern billigt in diesen Fällen Derogationen - Übergangsfristen - von bis
zu 12 Jahren und in bestimmten Fällen auch unbegrenzt zu.
B. Wille
Originalzitate:
(1)"Overall, the database lists 325 different applications of PFAS across 18 use categories. In total, 530
PFAS-free alternatives are identified. Based on a screening of potential concerns of the identified alternatives, their performance compared to PFAS, and their availability on the market, it is
concluded that potentially suitable alternatives to PFAS are available for 40 different applications. For 83 applications, no alternatives could be identified at the time of the study and should
be the focus of further research activities."
(2)"As highlighted in previous studies, defining the use of a substance of concern following the functional substitution approach can be helpful in evaluating its essentiality.26,54 Therefore,
the database can be used to identify applications where the chemical function provided by PFAS is not needed in the final product to deliver its services, and those that do not fulfill the
criteria to be considered as necessary for health and safety, or critical for the functioning of society. For instance, the use of PFAS in bike chain lubricants is not essential as the function
provided by PFAS is not necessary for the technical performance of the final product, as already demonstrated in a previous study.57 PFAS are also used as wetting agents in anti-fog sprays to
minimize the condensation of water vapor and therefore prevent “fogging” on a surface (e.g., in swimming goggles). Although PFAS are necessary for the technical performance of the final product
in that case, this particular service does not fulfill any of the criteria listed by the European Commission63 to be considered as necessary for health and safety or critical for the functioning
of society."
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