https://rptu.de/newsroom/neuigkeiten/detail/news/nicht-nur-zu-spritzphasen-pestizidmischungen-das-ganze-jahr-ueber-in-boeden-und-pflanzen-praesent
"Chemisch-synthetische Pestizide werden in der konventionellen Landwirtschaft in verschiedenen Kulturen wie im Ackerbau, Gemüseanbau oder Weinbau eingesetzt. Eine aktuell im Fachmagazin
„Scientific Reports“ veröffentlichte Studie der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) hat die Pestizidbelastung erstmals im Jahresverlauf untersucht. Sie
zeigt, dass Stoffe nicht nur während der Spritzphasen in den Feldern nachweisbar sind, sondern ganzjährig und auch auf angrenzenden Wiesen. Die Auswirkungen dieser chronisch nachgewiesenen
komplexen Pestizidmischungen auf die Umwelt sind bislang nicht ausreichend untersucht und könnten erheblich sein. ...
Selbst nach 20 Jahren ökologischer Landwirtschaft waren noch bis zu 16 verschiedene Pestizidrückstände vorhanden. Die mikrobielle Biomasse und insbesondere die Häufigkeit von arbuskulären
Mykorrhizapilzen, einer weit verbreiteten Gruppe von nützlichen Pflanzensymbionten, standen in einem signifikant negativen Zusammenhang mit der Menge an Pestizidrückständen im Boden."
Honert, C., Mauser, K., Jäger, U. et al. Exposure of insects to current use pesticide residues in soil and vegetation along spatial and temporal distribution in agricultural sites. Sci Rep 15,
1817 (2025). https://doi.org/10.1038/s41598-024-84811-4
(1)"Insgesamt wurden 71 CUP-Rückstände in verschiedenen Mischungen nachgewiesen, mit bis zu 28 CUPs im Boden und 25 in der Vegetation in Einzelproben. Die Konzentrationen und die Anzahl der CUPs in der Vegetation schwankten während des Probenahmezeitraums, wobei sie in den Sommermonaten in der Vegetation ihren Höhepunkt erreichten, während sie im Oberboden nahezu konstant blieben. Anhand der gemessenen CUP-Konzentrationen im Boden berechneten wir die additiven Risiken für Regenwürmer, Collembolen und bodenlebende Wildbienen im Feld. Unsere Ergebnisse machen deutlich, dass die Risiken von CUP-Gemischen bei niedrigen Konzentrationen bewertet werden müssen, da in landwirtschaftlichen Gebieten chronisch mehrere Rückstände vorhanden sind. Da dieses Risiko in der Gesetzgebung nicht berücksichtigt wird, betonen wir die dringende Notwendigkeit, globale Ziele zur Reduzierung von Pestiziden umzusetzen."
Es ist bekannt, dass erst nach erheblichen Wartezeiten auf konventionell bebautem Ackerland wieder mit geringem oder keinem Pestizideinsatz angebaut werden kann.
Widespread Occurrence of Pesticides in Organically Managed Agricultural Soils the Ghost of a Conventional Agricultural Past? Judith Riedo, Felix E. Wettstein, Andrea Rösch, Chantal Herzog,
Samiran Banerjee, Lucie Büchi, Raphaë l Charles, Daniel Wä chter, Fabrice Martin-Laurent, Thomas D. Bucheli,*,● Florian Walder,*,● and Marcel G. A. van der Heijden*,● Cite This: Environ. Sci.
Technol. 2021, 55, 2919−2928
(3)"Selbst nach 20 Jahren ökologischer Landwirtschaft waren noch bis zu 16 verschiedene Pestizidrückstände vorhanden. Die mikrobielle Biomasse und insbesondere die Häufigkeit von arbuskulären
Mykorrhizapilzen, einer weit verbreiteten Gruppe von nützlichen Pflanzensymbionten, standen in einem signifikant negativen Zusammenhang mit der Menge an Pestizidrückständen im Boden."
Einen analogen Befund gab es bereits 2019:
Science of The Total Environment
Volume 653, 25 February 2019, Pages 1532-1545
Science of The Total Environment
Pesticide residues in European agricultural soils – A hidden reality unfolded
Author links open overlay panelVera Silva a
, Hans G.J. Mol b, Paul Zomer b, Marc Tienstra b, Coen J. Ritsema a, Violette Geissen a
https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2018.10.441
(2)"Über 80 % der untersuchten Böden enthielten Pestizidrückstände (25 % der Proben enthielten einen Rückstand, 58 % der Proben enthielten Mischungen aus zwei oder mehr Rückständen), und zwar in
insgesamt 166 verschiedenen Pestizidkombinationen. Glyphosat und sein Metabolit AMPA, DDT (DDT und seine Metaboliten) und die Breitspektrumfungizide Boscalid, Epoxiconazol und Tebuconazol waren
die am häufigsten in Bodenproben gefundenen Verbindungen und die Verbindungen mit den höchsten Konzentrationen."
B.Wille
Originalzitate (Übersetzung mit DeepL Translate):
(1) A total of 71 CUP residues in different mixtures was detected, with up to 28 CUPs in soil and 25 in vegetation in single samples. The concentrations and numbers of CUPs in vegetation fluctuated over the sampling period, peaking in the summer months in the vegetation but remaining almost constant in topsoil. We calculated in-field additive risks for earthworms, collembola, and soil-living wild bees using the measured soil concentrations of CUPs. Our results call for the need to assess CUP mixture risks at low concentrations, as multiple residues are chronically present in agricultural areas. Since this risk is not addressed in regulation, we emphasise the urgent need to implement global pesticide reduction targets.
(2)Over 80% of the tested soils contained pesticide residues (25% of samples had 1 residue, 58% of samples had mixtures of two or more residues), in a total of 166 different pesticide combinations. Glyphosate and its metabolite AMPA, DDTs (DDT and its metabolites) and the broad-spectrum fungicides boscalid, epoxiconazole and tebuconazole were the compounds most frequently found in soil samples and the compounds found at the highest concentrations.
(3) Even after 20 years of organic agriculture, up to 16 different pesticide residues were present. Microbial biomass and specifically the abundance of arbuscular mycorrhizal fungi, a widespread group of beneficial plant symbionts, were significantly negatively linked to the amount of pesticide residues in soil.
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